Die Caprylsäure ist eine mittelkettige Fettsäure, die neben der Caprinsäure und Laurinsäure aus Kokosöl gewonnen wird. Aber auch in einigen tierischen und pflanzlichen Quellen wie der Butter oder dem Palmöl ist die Caprylsäure enthalten.

Caprylsäure sorgt während der Verdauung in der Leber für die Bildung von Ketonen. Diese sind für das menschliche Gehirn eine äußerst stabile Energiequelle, haben aber den großen Vorteil den Blutzuckerspiegel nicht negativ zu beeinflussen.

Deswegen ist die Caprylsäure bzw. das Kokosöl eine bevorzugte Energiequelle für Menschen die an Alzheimer, Multipler Sklerose, Parkinson oder Diabetes leiden. Aber auch Menschen die zu wenig oder zu viel Magensäure produzieren, profitieren von der Caprylsäure, denn diese ist in der Lage die Magensäure auf ein normales Niveau zu bringen.

Caprylsäure gegen Candida

In der Naturheilkunde wird die Caprylsäure recht häufig angewendet, um Pilze, Viren und Protozoen zu bekämpfen. Allen voran wird mit Caprylsäure der Hefepilz Candida Albicans angegangen.

Ca. 75% der Bevölkerung tragen den Candidapilz in sich. Meistens findet man ihn im Magen- und Darmtrakt und/oder auf den Schleimhäuten im Mund und Rachen.

Caprylsäure

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Im Normalfall gehört der Pilz im Darm zur normalen Darmflora und bildet mit den Darmbakterien das Immunsystem. Ist der Körper aber durch Antibiotika, Stress, Krankheiten oder durch ausgeprägten Zuckerkonsum aus dem Gleichgewicht geraten, vermehrt sich der Candidapilz explosionsartig und es kommt zu einer Hefepilzinfektion — der Candidose.

Die Caprylsäure ist in der Lage die Zellmembran der Candidapilze in ihrer Fluidität und Permeabilität zu verändern und somit den Zerfall der Zellmembran herbeizuführen.

Im Normalfall ist die menschliche Darmflora selbst in der Lage ausreichende Mengen an Caprylsäure zu produzieren, um eine Pilzinfektion im Darm zu verhindern. Ist die Darmflora hingegen gestört, ist eine mehrwöchige Kur mit Caprylsäure das Mittel der Wahl, um sich vor einem Pilzbefall zu schützen. Denn die Caprylsäure wird im Gegensatz zu vielen anderen Darmpilzpräparaten nicht aus Schimmelpilzen hergestellt. Aus diesem Grund ist das Allergierisiko gleich null, was die Caprylsäure zum optimalen, natürlichen Pilzmittel macht.

Hat Caprylsäure Nebenwirkungen ?

Wenn man sich an die empfohlene Tagesdosis von max. 2000mg hält, sind keine Nebenwirkungen bekannt. Bei einer Einnahmemenge von deutlich mehr als 5000mg täglich, wurde von leichter Übelkeit und Magen- bzw. Darmbeschwerden berichtet. Wenn die Caprylsäure allerdings zu den Mahlzeiten eingenommen wird, sollte es grundsätzlich keine Probleme geben.

Ist allerdings eine hohe Menge an Candida im Darm enthalten, kann es durchaus sein, das es zu der sogenannten Herxheimer Reaktion kommt. Dabei handelt es sich um eine Erstverschlechterung aufgrund der Tatsache, das die Hefepilze im Darm durch die Caprylsäure in großer Anzahl absterben und somit eine beachtliche Menge an Toxinen und Antigenen freisetzen. Diese verursachen Schwindel, Müdigkeit, ein Gefühl der Benommenheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und vieles mehr.

Bei regelmäßiger Einnahme der Caprylsäure kann diese Reaktion zwischen ein paar Tagen und mehreren Wochen andauern und ist auch häufig der Grund, weshalb Candida-Patienten die Behandlung leider vorzeitig abbrechen. In den meisten Fällen flachen diese Vergiftungserscheinungen aber schon innerhalb einer Woche deutlich ab.

Das einzig Positive an der Herxheimer Reaktion ist die Tatsache, das die Caprylsäure wirkt und die Darmpilze beseitigt.

Weshalb ich Caprylsäure verwende

Der Candida Albicans ist seit 2008 mein treuer Begleiter, sodass ich immer wieder gegen ihn ankämpfen muss. Anfangs habe ich immer das chemische Pilzmittel Nystatin verwendet, allerdings lässt da die Wirkung schnell nach und die Pilze werden auch resistent gegen den Wirkstoff. Zudem bin ich seit längerem kein Freund von chemischen Arzneimittel und habe nach natürlichen Alternativen gesucht.

Neben Grapefruitkernextrakt, Oregano-Öl, Olivenblattextrakt und Lapacho-Tee ist die Caprylsäure ein sehr potentes Mittel um Candida zu vertreiben.

Das wichtigste bei der gesamten Behandlung ist allerdings die Ernährung. Und dies ist auch der Grund, weshalb bei mir der Candidapilz immer wieder aufgetaucht ist. Ich bin über die Jahre immer wieder schwach geworden und habe recht viel Schokolade genascht. Dies hat dann immer wieder zu Rückfällen geführt. Aber aktuell scheint es sehr gut zu klappen. Um Resistenzen zu vermeiden nehme ich ein Pilzmittel immer nur drei Wochen am Stück ein und wechsele dann wieder zu einem anderen Pilzmittel. Aktuell verwende ich 3 Wochen lang Caprylsäure und danach wieder 3 Wochen lang Grapefruitkernextrakt.

Quellen:
Kabara JJ et al., „Fatty acids and derivatives as antimicrobial agents“ Antimicrob Agents Chemother. 1972 Jul;2(1):23-8.

Thormar H et al., „Inactivation of enveloped viruses and killing of cells by fatty acids and monoglycerides.“ Antimicrob Agents Chemother. 1987 Jan;31(1):27-31.