Die Nebennierenschwäche ist eine Ansammlung von Symptomen, die auf eine unzureichenden Nebennierenfunktion bzw. Cortisolproduktion zurückzuführen ist.

Der Grund für eine Erschöpfung der Nebennieren ist in den meisten Fällen chronischer Stress. Ob in Folge von beruflichem Stress, seelischem Stress oder auch in Form von einer lang anhaltenden, chronischen Erkrankung wie zum Beispiel Candida, unbehandelte Nahrungsmittelintoleranzen, HPU / KPU usw.

Immer dann wenn zu wenige Erholungspausen zu unserem Alltag gehören, besteht die Gefahr einer Überforderung der Nebennieren, welche dann zu einer Funktionsstörung mit drastischen Folgen führen kann.

In erster Linie liegt die Hauptsymptomatik einer Nebennierenschwäche in einer starken Erschöpfung, Schwäche und Müdigkeit, gefolgt von Allergien, Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Ängsten, Panik, ständigen Infekten usw.

Das was in unseren Gefilden häufig als Burn-Out beschrieben wird, ist im Grunde nichts anderes als eine totale Nebennierenerschöpfung. Allerdings wird in solchen Fällen den Nebennieren keine Beachtung geschenkt, obwohl man heutzutage die Nebennierenschwäche sehr gut und recht kostengünstig diagnostizieren kann.

Nebennierenschwäche

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Eine Nebennierenschwäche kann dem Betroffenen sehr stark zusetzen und im wahrsten Sinne des Wortes das Leben zerstören, den je weiter die Nebenniere ihre Cortisolproduktion zurückfährt, umso mehr sind nahezu alle Organe betroffen, was natürlich eine sehr stark ausgeprägte Symptomatik mit sich bringt.

Dauerhaft treten starke Veränderungen auf biochemischer als auch auf zellulärer Ebene auf, die Defizite im Bezug auf das Herz-Kreislaufsystem, den Fettstoffwechsel, den Flüssigkeitshaushalt als auch das Sexleben mit sich bringen. Dies kann soweit führen, das der Betroffene kaum mehr in der Lage ist überhaupt das Bett zu verlassen, geschweige dem ein normales Leben zu führen.

Was genau sind die Nebennieren ?

Die Nebennieren sind Hormondrüsen und sitzen beim Menschen auf den oberen Polen der Nieren. Sie produzieren Sexualhormone, Glucocorticoide und Mineralokortikoide, welche der Mensch zum überleben benötigt. Von den wichtigsten Glucocorticoide muss in erster Linie das Cortisol erwähnt werden, welches in der Nebennierenrinde hergestellt wird. Dieses Hormon reguliert unseren Blutzucker, es wirkt antientzündlich und koordiniert die Stressbewältigung.

Zu den Mineralokortikoide gehört das Hormon Aldosteron, welches für den Wasserhaushalt zuständig ist und auch in der Nebennierenrinde produziert wird. Es reguliert den Blutdruck indem es Natrium zurückhält. Zudem werden weitere Hormone im Nebennierenmark hergestellt, wozu das Adrenalin und das Noradrenalin gehören.

Zudem interagieren die Nebennieren und die Schilddrüse sehr stark miteinander und beeinflussen sich gegenseitig. Die Nebenniere muss in der Lage sein, die von der Schilddrüse bereitgestellte Energie zu verkraften und umzusetzen. Ist dies nicht der Fall, sind auch Probleme mit der Schilddrüse vorprogrammiert. Falls beide Organe nicht mehr vollständig arbeiten, muss natürlich auch die Schilddrüse mitbehandelt werden, wobei die Nebennierenbehandlung gegebenenfalls vorgezogen werden sollte, da ansonsten eine zufrieden stellende Schilddrüseneinstellung kaum Möglich ist.

Wer ist besonders anfällig für eine Nebennierenschwäche ?

Im Grunde kann jeder eine Nebennierenschwäche bekommen. Zu den häufigsten Auslösern gehören z.B. der klassische Stress im Beruf, in Kombination mit zu wenigen Ruhepausen, schlechte, einseitige Ernährung die wiederum zu Darmbeschwerden und somit Stress für den Organismus führen kann.

Aber auch Drogenmissbrauch, Operationen, zu wenig Schlaf, seelische Krisen, Jobverlust und der Verlust eines geliebten Menschen strapazieren die Nebennieren sehr stark. Auch chronische Entzündungen im Körper, eine defekte Darmflora, lang anhaltende Pilzbelastungen im Darm (Candida etc.), Schwermetallbelastungen und vor allem auch die HPU / KPU, eine Stoffwechselerkrankung, bei der verstärkt das Vitamin B6, Zink und Mangan ausgeschieden werden, was zu einer deutlich abgesenkten Entgiftung des Körpers führt, belasten die Nebennieren dauerhaft. Im Grunde kann man sagen, das alles was Stress verursacht, ob seelisch oder auch körperlich, ist auf Dauer sehr schädlich und kann eine Nebennierenschwäche hervorrufen.

Symptome einer Nebennierenschwäche

  • auffällige Blässe im Gesicht mit dunklen Augenrändern
  • kollapsartige Zustände mit niedrigem Blutdruck und niedrigem Puls
  • Das morgendliche Aufstehen wird zur Qual
  • Schwindel / benebeltes Gefühl im Kopf
  • Müdigkeit und Schwäche sind stark ausgeprägt
  • absoluter Mangel an Energie
  • Die Merkfähigkeit läßt stark nach
  • schlechte Wundheilung
  • dauernd krank und anfällig für jegliche Infekte
  • Appetitlosigkeit
  • niedrige Körpertemperatur
  • Depressionen und Ängste
  • Muskelschwäche
  • Muskelverspannungen im oberen Rücken und Nacken
  • keine Stresstoleranz / zittern bei Stress
  • Verstopfung oder Durchfall
  • Unterzuckerung
  • Verlust der Libido
  • schwache Gedächtnisleistung
  • Gewichtszunahme / Fettansammlung um die Taille, welche sich kaum abtrainieren lässt
  • Besserung der Beschwerden nach einer Mahlzeit
  • Salzhunger
  • Besserung der Beschwerden im Urlaub

Dies ist nur ein kleiner Auszug der Symptome, die auftreten können. Dadurch das der Cortisolmangel viele Organe in Mitleidenschaft zieht, können zusätzlich organspezifische Symptome hinzukommen.

Falls Sie feststellen, das einige der oben genannten Symptome auf Sie zutreffen und bereits die üblichen, organischen Ursachen medizinisch ausgeschlossen wurden, sollten Sie eine Nebennierenschwäche in Betracht zu ziehen. Vor allem wenn Sie sich selbst eingestehen können, unter dauerhaftem Druck und Stress zu leben, ist die Wahrscheinlichkeit einer Nebennierenschwäche recht hoch.

Wie wird eine Nebennierenschwäche getestet

Es gibt diverse Möglichkeiten, nach der Nebennierenschwäche zu suchen. Die meisten Ärzte sind immer noch der Meinung, das es ausreichen würde Cortisol im Blut bestimmen zu lassen. Dies ist meiner Meinung nach absoluter Quatsch, da Cortisol sehr stark abhängig vom aktuellen Stresslevel während der Blutentnahme ist und zudem erhält man durch nur eine Messung nur eine Momentaufnahme des Cortisolspiegels. Somit ist dies eine nicht besonders aussagekräftige Möglichkeit.

Eine weitaus bessere Variante ist die Messung des Cortisolgehaltes im 24-Stunden Urin. Hierbei wird die Ausscheidung über 24h gesammelt und anschließend gemessen. Die Aussagekraft ist in jedem Fall höher als beim Bluttest, allerdings erhalten wir bei dieser Testung auch nur eine Gesamtmenge an Cortisol. Da die meisten Menschen mit einer Nebennierenschwäche eine gestörte Tagesrhythmik haben, bringt diese Messung auch nicht sonderlich viel und würde nur aufdecken, wenn über den ganzen Tag zu wenig Cortisol ausgeschüttet wird.

Will man sich ein sehr genaues Bild über den Cortisolspiegel und Tagesverlauf machen, bleibt im Grunde nur der Cortisolspeicheltest. Hierbei werden über 12 Stunden verteilt fünf bis 7 mal eine Speichelprobe genommen. Auf diese Weise lässt sich eine visuelle Kurve im Bezug auf den tatsächlichen Verlauf des Cortisols darstellen und eine Nebennierenschwäche demaskieren. Denn Cortisol hat seinen absoluten Höchststand morgens gegen 6:00h und fällt zum Abend hin kontinuierlich ab. Hier als Beispiel mein letztes Cortisol-Tagesprofil:

Cortisolspeicheltest

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Wie man bei meinem Cortisoltest unschwer erkennen kann, fehlt der Morgenpeak komplett und die anderen Werte über den Tag verteilt sind zu niedrig. Ich denke besser lässt sich der Cortisolverlauf über den Tag nicht darstellen.

Therapie der Nebennierenschwäche

Die gute Nachricht ist: Die Nebennierenschwäche lässt sich wieder komplett beheben !
Vorausgesetzt man findet seine persönliche Ursache für den körperlichen oder seelischen Stress und ist bereit dazu, diesen über eine lange Distanz zu eliminieren. Anders geht es leider nicht.

Im Gunde müssen zunächst alle Stressoren beseitigt werden. Damit meine ich beruflichen Stress, genauso wie Beziehungsstress, Sorgen um die finanzielle Lage und so weiter. Aber auch körperlichen Stress. Entzündungen, Zahnherde, Nahrungsmittelintoleranzen, Fastfood, exzessiver Sport, Schwermetallbelastungen z.B. Amalgam im Mund, etc.

Ruhephasen und Schlaf sind sehr wichtig, wenn man an einer Nebennierenschwäche leidet. Allerdings ist dies einfacher getan als gesagt, denn wenn die Cortisolproduktion gestört ist, leidet auch die Schlafqualität darunter und man kann unter umständen gar nicht gut und lange schlafen, auch wenn man es gerne möchte. In solchen Fällen muss man ganz explizit auf eine gute Schlafhygiene achten.

Wichtig ist, das man wirklich spätestens um 22:00h im Bett liegt und maximal noch etwas liest, aber nicht mehr am Computer arbeitet oder noch fernsieht, da dies die Schlafqualität enorm herabsetzt. Wenn man versucht dann noch länger aufzubleiben, werden die Nebennieren noch mal so richtig gefordert und müssen die letzten Cortisolreserven mobilisieren. Auf diese Weise ist es kaum möglich die Nebennieren zu entlasten.
Falls Sie Probleme mit dem Einschlafen haben, können Sie versuchen zum Abend hin etwas Magnesium einzunehmen. Wenn dies nicht hilft, könnte Melatonin in kleineren Dosen hilfreich sein.

Alkohol, Energy-Drinks, Kaffee, Süßigkeiten und schnelle Kohlenhydrate sollten komplett vom Speise- und Getränkeplan gestrichen werden. Diese Nahrungsmittel übersäuern den Darm und stressen die Nebennieren durch das hochschießen des Blutzuckers und dem darauf folgendem Blutzuckerabsturz. Diesen muss die Nebenniere daraufhin kompensieren, was auch der Entlastung der Nebenniere entgegenwirkt.

Leichte Sportübungen und ein bisschen Bewegung an der frischen Luft sind sehr förderlich bei einer Nebennierenschwäche und reduzieren alle Arten von Stress. Der Körper wird mit Sauerstoff versorgt, die Blutzirkulation wird angekurbelt. Zudem wird durch moderate Bewegung der Insulin- und Blutzuckerspiegel normalisiert. Genauso wie Schilddrüsenhormon- und Cortisolspiegel.

Wichtig ist die Unterstützung mit den nötigen Mikronährstoffen, Mineralien und Vitaminen.
Vitamin B5, Vitamin C, Vitamin E und Vitamin D3 sind essentiell. Allerdings in höheren Dosen. Vitamin B5 kann bedenkenlos bis 1500mg eingenommen werden. Vitamin C sogar bis 3000mg pro Tag.

Auch eine hormonelle Unterstützung in Form von DHEA, Progesteron und Pregnenolon sind häufig sehr hilfreich. Allerdings sollte hier vorher der Status im Urin oder im Speichel abgeklärt werden, bevor eine Einnahme geplant ist.

Mir persönlich hilft Cytozyme AD, ein hormonloses Nebennierenextrakt und Phytocortal N, ein homöopathisches Mittel zur Stimulation der Nebennieren und Süssholzwurzeltee.

Leider wird zu häufig und vorschnell Cortison verschrieben. Meist in Form von Hydrocortison oder Prednisolon. Cortison soll die Nebennieren entlasten, hat aber oft den Effekt, das die Nebennieren ihre Funktion soweit herunterfahren, das nach dem Absetzten des Cortisons die Funktion der Nebenniere nicht wieder aufgenommen wird und man dann oft ein leben lang auf künstliches Cortison angewiesen bleibt.

Mir hat keine Form des Cortisons geholfen. Weder Hydrocortison, noch Prednison oder Prednisolon. Ganz im Gegenteil – alle meine Beschwerden wurde nur noch schlimmer. Auch alle anderen Betroffenen die ich kenne, haben mit Cortison eher mehr Probleme als einen Nutzen gehabt. Ein Absetzen des Cortisons war mir auch nur durch einen kleinen Trick möglich. Ich habe in dieser heiklen Phase Phytocortal N durch das Cortison ersetzt. Auf diese Weise konnten die Nebennieren stimuliert werden und haben glücklicherweise ihre Funktion wieder aufnehmen können.

Bei der Nebennierenschwäche muss man allerdings verstehen, das weniger meist mehr ist und es nichts bringt, alle Mikronährstoffe und Hormone in rauen Mengen zuzuführen, in der Hoffnung, das die Nebennierenschwäche schnell verschwindet. Auch hier lautet das Zauberwort „Geduld“ ! Nur mit einer konstanten Behandlung und Einhaltung einer unschädlichen Lebensweise kommt man ans Ziel.


Update in eigener Sache: April 2015

Cortisolprofil nach Ernährungsumstellung
Es hat sich etwas getan ;) Nach fast 2 1/2 Monaten konsequenter Ernährungsumstellung und der Umstellung auf natürliche Schilddrüsenhormone (Acella NP Thyroid), hat mich der letzte Speicheltest aus den Socken gehauen!

Das erste mal in acht Jahren aller vergeblichen Versuche, steigt endlich der Cortisolspiegel an und die Nebennieren nehmen endlich ihre Arbeit auf bzw. erholen sich. Und das natürlich gerade in dem Moment, wo ich meine Ärztin überredet konnte, mir nochmal Hydrocortison aufzuschreiben.

Da das Profil nun deutlich besser, aber nicht richtig gut ausgefallen ist, werde ich das Hydrocortison nochmal zur Unterstützung versuchen und berichte dann wieder.


Update in eigener Sache: November 2015

Cortisolprofil nach 7 Monaten Hydrocortison
Mein aktuelles Cortisol-Speichelprofil ist soeben eingetroffen. Die 7 monatige Einnahme von Hydrocortison, hat zwar eine kleine Verbeserung der Werte herbeigeführt, dies aber nur im minimalen Bereich. Bei der Zweiten und auch der letzten Messung, ist der Cortisolspiegel leicht angestiegen, aber viel mehr konnte das Hydrocortison leider nicht beweirken.

Meine maximale Hydrocortison-Dosis lag zeitweise bei 35mg/Tag. Die letzten 3 1/2 Monate habe ich mit Dosierungen zwischen 7,5 und 15mg experimentiert. Zum Schluss hin ging es mir aber immer schlechter und ich habe das HC gar nicht mehr richtig vertragen und somit anschließend ausgeschlichen. Glücklicherweise hat dies mit Hilfe von Phytocortal N, Cytozmye AD, Adrenal Caps und jede Menge Süssholzwurzeltee auch funktioniert.

Aber es freut mich schon sehr, das aus der geraden linie auf Null aus dem Cortisolprofil vom Oktober 2014, doch noch etwas geworden ist. Allerdings fehlt morgens definitiv noch der morgendliche Cortisolpeak, um problemlos Schweinhormone für die Schilddrüse vertragen zu können.

Somit geht es weiter mit alternativen Mitteln und vor allem der Ernährungsumstellung (Verzicht auf Zucker, jegliches Getreide, Kartoffeln und Reis)….in drei Monaten werden wir dann mal weiter sehen.