Das Vitamin B6 ist, wie alle anderen B-Vitamine auch, ein wasserlösliches Vitamin, welches im Normalfall problemlos über die Nahrung im Bezug auf den Tagesbedarf gedeckt werden kann.

Allerdings gibt es Erkrankungen wie die HPU / KPU, bei der schnell ein Mangel an B6 entsteht, da das Vitamin B6 über den Urin aus dem Körper gespült wird.

Auch bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Reizdarm und Colitis Ulcerosa, kann schnell ein Mangel auftreten, da in diesem Fall die Vitamine schlecht über die Darmschleimhaut aus der Nahrung aufgenommen werden können.

In diesen Fällen kann schnell ein Mangel entstehen und das Vitamin B6 sollte per Nahrungsergänzung zugeführt werden, aber dazu später mehr.

Vitamin B6 resorbiert der menschliche Körper über die Darmschleimhaut des oberen Dünndarms. Dies geschieht mit einer Absorptionsrate von ca. 70% über die passive Diffusion. Nachdem das Vitamin B6 im Körper in die aktive Form P5P (Pyridoxalphosphat) umgewandelt wurde, wird es zu größten Teilen in der Leber gespeichert.

Vitamin B6

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Wenn es dem Körper an Vitamin B6 mangelt, kommt es recht häufig vor, das die Leber in ihrer Funktion gestört wird, was fatale folgen für den gesamten Organismus mit sich bringt, den die Hauptfunktion der Leber, die Entgiftung, kann nicht mehr korrekt ablaufen.

Aber auch für das Nervensystem ist ein gesunder Vitamin B6-Spiegel unerlässlich, da es für die Neubildung von Botenstoffen in den Nervenzellen zuständig ist.

Vitamin B6 ist auch an der Bildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und er Gallensäure beteiligt und wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium oder Kalzium können ohne Vitamin B6 nicht richtig verwertet werden.

Wichtig bei einer Histaminintoleranz: Vitamin B6 bzw. die aktive Form P5P ist notwendig, um im Körper für den Histaminabbau zu sorgen.

Funktionen des Vitamins B6

  • Hilfe bei der Eiweißverdauung
  • Hilfe bei der Entgiftung
  • Bildung von Botenstoffen in den Nervenzellen
  • Unterstützung bei der Bildung von Hämoglobin
  • Sorgt für einen normalen Homocysteinstoffwechsel
  • Dient als Katalysator im Stoffwechsel
  • Reguliert die Hormontätigkeit

Symptome bei Vitamin B6-Mangel

In unseren Breitengraden ist ein B6-Mangel recht selten, kommt aber wie bereits zu Beginn erwähnt, vor allem bei Autoimmunerkrankungen (Hashimoto Thyreoiditis), der HPU / KPU und entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn) wiederum sehr häufig vor.

Aber auch schwangere Frauen und Jugendliche, die Aufgrund ihrer Wachstumsphasen einen erhöhten Eiweißverbrauch haben, sollten auf eine Vitamin B6-reiche Ernährung achten. Dies gilt auch für Raucher und Alkoholiker.

Wenn es tatsächlich im Körper zu einem Mangel an Vitamin B6 kommt, treten sehr häufig Multiorganbeschwerden auf, da das Vitamin B6 an mehr als 100 verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Wenn diese nicht mehr Korrekt ablaufen können, melden sich die betroffenen Organe mit ihren spezifischen Symptomen.

Ins Besondere sollten vor allem Veganer und Vegetarier auf eine Vitamin B6-haltige Ernährung achten und unter Umständen für sich abwägen, ob eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B6 Sinn machen würde.

Aufgrund der Tatsache das Vitamin B6 wasserlöslich ist, kann der körpereigene Speicher an Pyridoxin innerhalb von 2-6 Wochen aufgebraucht sein, wenn kein Nachschub geliefert wird. Ist dieser Punkt erreicht, kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Blasse Gesichtsfarbe
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Müdigkeit und Schwäche
  • Verwirrung
  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Lernstörungen
  • Atembeschwerden
  • Akne
  • Wachstumsstörungen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Infektanfälligkeit
  • Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Durchfall
  • Koordinationsstörungen
  • Blutarmut (Mikrozytäre, hypochrome Anämie)
  • Muskelkrämpfe

Welche Lebensmittel sind reich an Vitamin B6

Empfohlen wird laut DGE eine tägliche Zufuhr von ca. 2mg Vitamin B6. Mit den folgenden Lebensmitteln, kann man diesen Bedarf relativ schnell decken:

  • Avocado
  • Rinderleber
  • Kalbfleisch
  • Hühnerfleisch
  • Sardinen
  • Lachs
  • Thunfisch
  • Makrele
  • Forelle
  • Bananen
  • Paprika
  • Zucchini
  • Haferflocken
  • Kartoffeln
  • Nüsse
  • Kohl
  • grüne Bohnen
  • Feldsalat
  • Pflanzenkeime
  • Linsen
  • Sojabohnen

Den genauen Vitamin B6-Gehalt in den oben genannten Nahrungsmitteln kann man schwer beziffern, da dieser von der Art der Zubereitung als auch von der Qualität und Frische der Lebensmittel abhängt. Zu bedenken ist, das der Vitamin B6-Gehalt in tiefgefrorenen Nahrungsmitteln meist um bis zu 50% niedriger ist als bei frischen Lebensmitteln. Aber auch beim Braten und Kochen geht bis zu 30% des Vitamins B6 verloren.

Zuviel Vitamin B6

Wie mit allen Nahrungsergänzungen kann man sich auch mit dem Vitamin B6 überdosieren. Allerdings muss man da schon wirklich eine ganze Menge in Tablettenform zu sich nehmen. Ab 500mg pro Tag kann und wird es auf Dauer Probleme geben.

Eine Überdosierung an Vitamin B6 macht sich in Form von Nervenschädigungen bemerkbar und kommt meistens mit folgenden Symptomen daher:

  • Lähmungserscheinungen
  • Taubes Gefühl in den Händen und Füssen
  • Reflexausfälle
  • entzündliche Hautreaktionen
  • Gangstörungen
  • starke Lichtempfindlichkeit
  • Hautausschlag
  • Störungen im Tast- und Temperaturempfindens
  • Missempfindungen der Haut
  • Gedächtnisstörungen